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Das letzte Einhorn (The Last Unicorn)

von Sven Vobig

Das letzte Einhorn ist ein Zeichentrickfilm aus dem Jahre 1982. Der Film basiert auf der Erzählung von Peter S. Beagle, der seinen Fantasy-Roman auch selbst in ein Drehbuch umschrieb. Für die Regie waren Jules Bass und Arthur Rankin Jr. zuständig, die bis dato eher für diverse Zeichentrick-Weihnachtsspecials bekannt waren.
Das letzte Einhorn erzählt die Geschichte eines Einhorns, das sich auf die Suche nach seinen Artgenossen macht. Durch Zufall erfährt es von einem Schmetterling (der nervige Popsongs aus den 80ern vor sich hin trällert), dass ein roter Stier alle anderen Einhörner gefangen genommen hat. Daraufhin macht sich das magische Wesen auf die Weg in die weite Welt, um die vermisste Sippschaft zu suchen.
Auf dieser Reise erlebt es allerlei Abenteuer. Zunächst wird es von einer Zauberin, Mommy Fortuna, gefangen genommen. Diese stellt sie als Jahrmarktsensation aus, selbst wenn sie ihr dazu ein Horn herbeizaubern muss, weil das Einhorn für gewöhnliche Menschen, wie ein normales weißes Pferd aussieht. In ihrem Jahrmarkt hat Mommy Fortuna noch allerlei andere Tiere in magische Wesen verwandelt. Einzig eine Harpyie ist neben dem Einhorn ein weiteres echtes magisches Wesen. Der nichtsnutzige Zauberer Schmendrick verhilft dem Einhorn schließlich zur Flucht, während Mommy Fortunas Schicksal von der Harpyie besiegelt wird, und wird zu dessen Wegbegleiter.
Bei einer Bande von Räubern treffen sie dann auf die resolute wie zartfühlende Molly Grue, die sich den beiden ebenfalls anschließt. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, hat sie sich doch eine Begegnung mit einem Einhorn seit ihrer Kindheit herbeigesehnt.
Vor König Haggards Schloss treffen sie schließlich auf den roten Stier, der auf das letzte Einhorn losgeht. Schmendrick rettet es schließlich, indem er es in eine Frau verwandelt. Die drei werden Gäste in Haggards Schloss Haggards Adoptivsohn, Prinz Lir, verliebt sich in die geheimnisvolle Lady Amalthea, das einstige Einhorn. Amalthea vergisst immer mehr ihre wahre Identität und ist am Ende sogar bereit für ihr gemeinsames Leben mit Prinz Lir die anderen Einhörner im Stich zu lassen.
Das lässt Prinz Lir jedoch nicht zu, der ihre wahre Bestimmung erkennt. Nachdem es ihnen bewusst wird, das Haggard die Einhörner zu seinem eigenen Vergnügen vom roten Stier ins Meer treiben lässt, kommt es zum Showdown zwischen dem von Schmendrick zurückverwandelten Einhorn und dem roten Stier. Prinz Lir steht seiner Angebeteten in diesem Kampf bei, den sie am Ende gewinnen, den roten Stier selbst ins Meer treiben und die anderen Einhörner befreien.
Das letzte Einhorn erfreut sich auch heute noch einer großen Fangemeinde, und das obwohl die Animationen, sowohl der Figuren als auch der Hintergründe, sich nur auf biederem TV-Niveau bewegen und die Figuren häufig mit dem Begriff “Kitsch“ umschrieben werden. Dass der Film dennoch einen gewissen Charme entwickelt, liegt nicht zuletzt an den großartigen Synchronsprechern, waren in der Originalfassung doch Mia Farrow, Alan Arkin, Christopher Lee und Jeff Bridges für die Stimmen der Hauptfiguren zuständig.


Literatur:

Friedrich, Andreas (Hg.): Filmgenres. Animationsfilm, Stuttgart 2007.

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