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Family Man

Der Film Family Man, gedreht von Brett Ratner, erschien im Jahr 2000 in den deutschen Kinos. Nicolas Cage spielt darin Jack Campell, einen erfolgreichen Börsenmakler an der Wall Street. Die Figur des Börsenmaklers erfüllt das typische Klischee eines Karrieretypen. Er lebt in einem Penthouse hoch oben über New York, während er sein Junggesellendasein mit einer schönen Blondine geniesst. Als er kurz davor steht einen großen Deal abzuschließen, begegnet er auf der Straße einem dunkelhäutigen Obdachlosen, welcher ihn fragt, ob er mit seinem Leben glücklich ist. Jack erwidert, er habe sich nicht zu beklagen und sei zufrieden mit seinem Leben. Der Penner, der sich als Engel entpuppt, befördert Jack in ein Szenario einer Alternativwelt. Seine Intention besteht darin, Jack zu zeigen, was er in seinem Leben verpasst hat und wofür es sich wirklich zu leben lohnt. So wacht Jack am nächsten Morgen in einem fremden Bett, in einem anderen Leben mit Frau, Kindern, einem Haus in New Yersey und einem Hund auf. Seine Ehefrau Kate ist seine ehemalige College- Liebe, die er aufgrund seiner Karrierepläne verlassen hatte. Zunächst ist Jack schockiert und fassungslos. Er versucht alles, um in sein altes Leben zurückzukehren. Er fährt zu seinem alten Büro nach New York, wird dort aber nicht erkannt. Auch seine alten Geschäftspartner können sich nicht an ihn erinnern. So verbleibt er unzufrieden in dem Szenario. Angesichts der neuen Herausforderungen als Familienvater stößt er schnell an seine Grenzen. Vom Windeln wechseln bis hin zu dem Bowling- Spiel mit Freunden, jeder Aufgabe steht Jack hilflos und unbeholfen gegenüber. Seine Tochter aber erkennt direkt, dass er nicht der richtige Jack ist, und hält ihn für einen Alien, der sich des Körpers ihres Vaters bemächtigt hat. Da sie aber die einzige ist, die ihn durchschaut, wendet sich Jack mit seinen Problemen an sie. Sie ist ihm eine große Hilfe und so gelingt es ihm, sich in das neue Leben einzufinden. Sein Job in New Yersey ist der eines Reifenverkäufers, dem er in der Firma seines Vater nachgeht. Natürlich ist das nicht seine Welt und nicht sein Niveau, er trägt Anzug von der Stange statt Maßanzüge, muss mit einem geringen Firmenbudget auskommen und ist als Finanzprofi etwas fehl am Platze. Auf der einen Seite steht eine tolle Familie, eine Ehe mit der Traumfrau, während auf der anderen Seite berufliche Lebensträume aufgegeben werden mussten. Für den Beruf als Autoverkäufer ist Jack überqualifiziert, er ist gelangweilt und frustriert, was er mit Alkohol betäubt. Im Handlungsverlauf wendet sich  das Empfinden von Jack. Er beginnt allmählich gefallen am Familienleben zu finden. In seine Frau Kate verliebt er sich neu, mit den Kindern hat er großen Spaß und zu Hause fühlt er sich wohl. Der Protagonist Jack lernt die Wärme und Geborgenheit des Familienlebens kennen und erkennt, wie leer und kalt sein vorheriges Leben war. In der Analogie zu klassischen Bildungsromanen entwickelt sich die Hauptperson in seiner Persönlichkeit weiter, zu einem beseren Dasein. Vorher hätte er ein solches Leben als Alptraum empfunden, nun ist er glücklich und emotional ausgefüllt. Es geht soweit, dass er gar nicht mehr in sein altes Leben zurück möchte. Als er aber erneut dem schwarzen Engel begegnet, weiß er, dass er in sein altes Leben zurückkehren muss. Am nächsten morgen erwacht er in seinem modernen, sterilen, unpersönlichen Appartement, in seiner Einsamkeit. Durch die Reise in sein alternatives Leben hat Jack neue Einblicke erhalten, erfahren wie ein anderes Leben aussehen könnte und dass Geld und Karriere nicht alles sind. Seine Katharsis besteht darin, dass sein Leben vorher ohne Liebe war. Diese möchte er nun nicht mehr missen. Er bricht also auf, um Kate, seine alte Jugendliebe, zu suchen. Er findet sie, als sie nach Paris ziehen will und gerade miten in den Umzugsvorbereitungen steckt. Er erzählt ihr, von dem Leben, dass sie beide miteinander haben könnten. Der Film endet mit einer Szene, in der Jack und Kate zusammen in einem Coffee Shop sitzen. Family Man zeigt auf, dass zum persönlichen Glück auch zwischenmenschliche Aspekte und ein soziales Gefüge gehören. Weiterhin wird vermittelt, dass man Erfüllung auch in alltäglichen und kleinen Dingen finden kann. In unserer modernen Leistungs- und Ellenbogengesellschaft mit ihrem Streben nach mehr, ist es wichtig sich auch darauf zu besinnen, das das Gute so nah vor unseren Füßen liegt und man es nur zu ergreifen hat.


Schnabel, Herbert: Wenn Gott ins Kino geht, 50 Filme, die man kennen muss, Wuppertal, 2004.

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