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Einer flog über das Kuckucksnest (One Flew Over the Cuckoo’s Nest)

von Sven Vobig

Der Film Einer flog über das Kuckucksnest aus dem Jahre 1975 basiert auf einem gleichnamigen, unter LSD-Einfluss geschriebenen Roman, vom bis dato völlig unbekannten Schriftsteller Ken Kesey. Die Rechte erwarb zunächst Kirk Douglas, der eine Bühnenversion des Stoffes inszenierte. Sein Sohn Michael kaufte ihm schließlich die Rechte ab und engagierte den Exil-Tschechen Milos Forman als Regisseur.
Gedreht wurde der Film im Oregan-State Hospital in Salem. Star des Films und Hauptdarsteller war Jack Nicholson, der den Kleinkriminellen Randy P. McMurphy verkörpert. McMurphy lässt sich für verrückt erklären, um einer Gefängnisstrafe aus dem Weg zu gehen. Daraufhin wird er in eine Nervenklinik eingewiesen, um heraus zu finden, ob er seinen Zustand nur simuliert.
Auf seiner Station angekommen sieht er sich der herrischen Schwester Ratched, gespielt von Louise Fletcher, ausgeliefert. Die Insassen werden mit Medikamenten ruhig gestellt und jeder freie und individuelle Gedanke im Keim erstickt. Mit einigen kleinen Aktionen versucht er den Alltag in der Anstalt ein wenig aufzulockern. Er führt ein pornographisches Kartenspiel ein und spielt mit den anderen Insassen um Zigaretten als Gewinn. Er organisiert ein Basketballspiel zwischen Insassen und Aufsehern, das die Insassen sensationell gewinnen. Und er organisiert sogar einen Angelausflug, zu dem er aus der Anstalt abhaut.
Durch seine frische, unbekümmerte Art wird McMurphy sehr schnell beliebt bei seinen Mithäftlingen, Oberschwester Ratched ist er dagegen ein Dorn im Auge. Eine besondere Freundschaft schließt er mit dem taubstummen Indianer Chief Bromden. Nach einer Prügelei mit einem Aufseher werden der Häuptling und McMurphy einer Elektroschocktherapie unterzogen, die sie aber unbeschadet überstehen. Bei dieser Gelegenheit offenbart der Häuptling McMurphy, dass er gar nicht taubstumm ist, sondern dies nur vorgibt, um sich aus der Welt des weißen Mannes zurückzuziehen und seine Ruhe zu haben.
In der darauf folgenden Zeit erfährt McMurphy, dass die meisten Insassen freiwillig in der Nervenklinik sind, was er kaum glauben kann. Auch für ihn nimmt die Sache eine unglückliche Wendung, glaubte er doch bisher noch nach dem Absitzen der Gefängnisstrafe nach Hause zu können, erfährt er, dass die Anstaltsleitung und Schwester Ratched darüber entscheiden dürfen und er ganz ihrem Wohlwollen ausgeliefert ist.
Mit dieser Information sieht McMurphy nur noch den Ausweg zu fliehen. Er überredet Chief Bromden sich mit ihm nach Kanada abzusetzen. Zu seinem Abschied gibt McMurphy eine große Party, zu der er jede Menge Alkohol und zwei Frauen in die Anstalt einschleust. Seine Abreise schiebt er schließlich noch auf, weil er eine seiner Freundinnen dazu überredet mit dem sexuell gestörtem Billy eine Nacht zu verbringen. Während der stotternde Billy seine Unschuld verliert, schlafen die restlichen Insassen unter dem Alkoholeinfluss ein, inklusive Chief Bromden und McMurphy, und erwachen erst wieder, als Schwester Ratched und zwei Aufsehern am Morgen auf die Station kommen.
Schwester Ratched macht Billy daraufhin psychisch fertig, macht ihm klar, dass sie diesen Vorfall seiner mit ihr befreundeten Mutter wird melden müssen. Daraufhin schneidet sich Billy die Pulsadern auf und stirbt. Durch den dadurch entstehenden Tumult brechen McMurphy und der Häuptling ihren letzten Fluchtversuch ab. McMurphy versucht, als er den toten Billy sieht, Schwester Ratched zu erwürgen, der er für Billys Tod die Verantwortung gibt. Nur mit Mühe können ihn die Aufseher davon abbringen sein vorhaben in die Tat umzusetzen.
Nach diesem Vorfall wird McMurphy einer Lobotomie unterzogen, um seine Aggression zu behandeln. Eine Lobotomie ist ein chirurgischer Eingriff am Gehirn, bei der Nervenbahnen zwischen Thalamus und Stirnhirn sowie Teile der grauen Substanz durchtrennt werden. Als Folge dieser Behandlung kommt McMurphy total verändert auf die Station zurück. Er ist nur noch eine leere Hülle ohne eigenen Willen und Persönlichkeit. Als der Häuptling das sieht, erstickt er den Freund mit einem Kissen, weil dieser offensichtlich nie wieder er selbst sein wird und flieht alleine.
Der Film wurde zu einem riesigen Erfolg. Als einer von drei Filmen (Es geschah in einer Nacht, das Schweigen der Lämmer) gelang es ihm die Oscars in den 5 wichtigsten Kategorien zu gewinnen: Bester Film, beste Regie, bestes adaptiertes Drehbuch, bester Hauptdarsteller (Jack Nicholson), beste Hauptdarstellerin (Louise Fletcher).


Literatur:

Zurhorst, Meinolf/ Just, Lothar: Jack Nicholson. Seine Filme – Sein Leben, München 1983.

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