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Platoon

von Sven Vobig

Platoon ist der zweite Film von Regisseur Oliver Stone und gleichzeitig der Auftakt zu seiner Vietnam-Trilogie, gefolgt von „Geboren am 4. Juli“ und „Zwischen Himmel und Hölle“. Zunächst hatte Stone Probleme einen Geldgeber für sein Projekt zu finden, niemand wollte einen Film finanzieren, der in desillusionierender Weise den Alltag des Vietnamkrieges zeigte, glaubten die großen Filmgesellschaften doch nicht an den Erfolg eines solchen Projektes. Erst nach neun Jahren fand er in der britischen Hemdale eine Gesellschaft, die bereit war das Projekt mit 6 Millionen Dollar zu finanzieren. Der Film wurde daraufhin in nur sechs Wochen auf den Philippinen abgedreht und kam im Jahre 1986 in die Kinos, wo er sich zu einem großen Erfolg entwickelte.
Stone verarbeitet in Platoon seine eigenen Vietnam-Erfahrungen. So erhält Platoon auch gerade von denen Respekt, die den Vietnamkrieg selbst miterlebt haben, die Veteranen. Nach einhelliger Meinung zeigte mit Platoon erstmals ein Hollywoodfilm den Schrecken des Krieges, wie er wirklich war. Erfolgreiche Vietnamfilme der Vergangenheit, wie Francis Ford Coppolas „Apokalypse Now“ oder Michael Ciminos „The Deer Hunter“, wurde vorgeworfen, dass sie den Vietnamkrieg nur als Schauplatz ihrer soziopsychologischen Odyssee benutzten. Erst in Platoon sahen sie ihre eigenen Kriegserfahrungen adäquat wiedergegeben, was dem eine politische und gesellschaftliche Dimension verlieh.
Platoon erzählt die Geschichte des College-Abbrechers Chris Taylor (der große Durchbruch von Charlie Sheen, Sohn von Martin Sheen, Hauptdarsteller im Vietnam-Drama „Apokalypse Now“), der sich freiwillig für den Krieg meldet und an die kambodschanische Grenze zum Einsatz geschickt wird. In seinem Platoon angekommen muss er schnell feststellen, dass sich das Soldatenleben weniger romantisch darstellt, als er sich das vorgestellt hatte.
Seine Einheit, die auf dem Papier vom autoritätslosen Lieutenant Wolfe geleitet wird, untersteht faktisch dem Kommando der beiden Unteroffiziere Sergeant Bob Barnes (Tom Berenger) und Sergeant Elias Grodin (Willem Dafoe). Die beiden könnten gegensätzlicher nicht sein: Barnes ist verschlossen und grausam, er umgibt sich mit einem Hof von Bewunderern, die er für ihre Unterwürfigkeit belohnt, indem er sie geringeren Risiken aussetzt, als die anderen Soldaten. Grodin hingegen ist der kameradschaftliche Typ, der sich den Neulingen annimmt und ihnen versucht ihnen zu helfen sich in der Hölle von Vietnam, zurechtzufinden.
Nachdem ein amerikanischer Soldat vom Vietcong hingerichtet wurde, üben die Soldaten des Platoons grausame Rache an einem Dorf voller Zivilisten. Barnes erschießt dabei eine vietnamesische Bäuerin vor den Augen der anderen Soldaten, ein Kriegsverbrechen. Der Vorfall spaltet das Platoon, Grodin will gegen Barnes aussagen in der bevorstehenden Kriegsgerichtsverhandlung.
Doch bevor es zu dieser Verhandlung kommen kann, wird der Trupp in den nächsten Einsatz geschickt. Nachdem sie in einen Hinterhalt geraten sind, erteilt Barnes Befehle, die Grodin alleine in Richtung des Vietcongs treiben. Barnes folgt Grodin und erschießt ihn von hinten. Als die Truppe gerade von einem Hubschrauber evakuiert wird, sehen sie Grodin aus dem Wald kommen, verfolgt vom Vietcong, die ihn von hinten niederschießen.
Taylor ahnt, dass Barnes für den Tod von Grodin verantwortlich ist. Als er nach dem nächsten Gefecht bei einem berg voller Leichen auf den schwer verletzten am Boden liegenden Barnes trifft, nutzt er die sich ihm bietende Gelegenheit und nimmt Rache.
Platoon wurde auch zum erfolgreichsten Film der Oscar-Verleihung des Jahres 1987. Für acht Oscars nominiert, konnte er schließlich die Trophäen für den besten Film, die beste Regie, den besten Schnitt und den besten Ton einheimsen.


Literatur:

Klein, Thomas et. al. (Hg.): Filmgenres. Kriegsfilm, Stuttgart 2006.

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