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Schindlers Liste

Der Film Schindlers Liste geht auf den Tatsachenroman von Thomas Keanally zurück und berut auf einer wahren Begebenheit. Der Holocoust- Überlebende Jude Leopold Pfefferberg wandte sich 1980 an Keanally, um von seinen Erfahrungen und den Geschehnissen des Holocoust zu berichten. Er wollte das Andenken an den Helden Oscar Schindler bewahren, der vielen Juden das Leben gerettet hat. Keanally machte aus Pfefferbergs Erzählungen und Interviews von anderen Zeitzeugen einen Roman. Der Roman „Schindlers Liste“ erhielt in England den Booker-McConnell- Literaturpreis und war sehr erfolgreich. Später erwarb ein mit Steven Spielberg befreundeter TV- Produzent die Filmrechte an diesem Buch. Er bot es Spielberg an, der sich erst weigerte, dann aber doch die Chance ergriff den ernsten und historisch bedeutsamen Film zu drehen. Die Dreharbeiten, welche 1993 begannen,  frassen ein Budget von 38 Millionen Dollar. Spielbergs Entscheidung den Film zu machen war richtig, denn Schindlers Liste wurde 1994 mit einem Oscar als bester Film des Jahres ausgezeichnet. Der Film erzählt in dokumentarischer Form die Geschichte des Industriellen Oscar Schindler, der Juden als billige Arbeiter anheuert und sie dadurch vor dem Tod bewahrt. Oscar Schindler ist ein ganz normaler, finanziell erfolgloser Unternehmer, der 1944 als NSDAP- Mitglied im Gefolge der deutschen Wehrmacht nach Krakau geht, um bankrotte Tuchfabriken aufzurüsten. Er versucht mit den Krieg nocheinmal Geld zu machen, indem er für die Soldaten Töpfe und andere Emailwaren herstellt. Dazu wirbt er Juden als preiswerte Arbeitskräfte an. Noch ist er gierig und denkt nur daran, Gewinn zu erzielen. Schockiert ist er allerdings als er die Liquiedirugn des jüdischen Ghettos beobachtet. Er sieht ein fliehendes kleines Mädchen, das später auch ein Opfer des Nazi- Terrors geworden ist und den zweiten Weltkrieg nicht überlebte. In dem Moment registriert er das Ausmaß der Situation und ist über das Gemetzel erschrocken. Schindler schützt seine jüdischen Arbeiter, indem er auf seinem Industrigelände ein Arbeitslager einrichtet, und die Juden so bei ihm bleiben können. Doch der Schutz währt nicht lange. 1944 sollen die letzten Juden nach Auschwitz gebracht werden. Schindler kauft mit seinem gesamten Vermögen den Nazis die Juden ab und bringt sie nach Tschechien. Noch einmal eröffnet er eine Fabrik, eine Rüstungsfabrik als Deckmantel. Dort wird nichts produziert, sie dient einzig dem Schutz. Dank Schindler überlebn viele jüdische Zwangsarbeiter und ebenfalls Frauen. IN der Abschiedsszene stehen alle von Schindler geretteten Juden um ihn herum und überreichen ihm einen aus Zahngold hergestellten Ring als Dankeschön mit der Inschrift „Wer nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt“. Daraufhin bricht Schindler zusammen und beklagt, dass er nicht genug getan hat. Sein Geschäftsführer Stern nimmt ihn in den Arm und erwidert, dass er doch soviel getan habe.

Der Film beschreibt die Wandlung des unbedachten, gewinnorientierten Unternehmers Schindler, zum Wiederstandskämpfer gegen ein grausames Nazi- Regime. Filme zum Terror des zweiten Weltkrieges gibt es viele, aber Schindlers Liste sticht heraus. Es geht um einen, nur einen einzigen Menschen, der 1100 Leben retten konnte. Es geht um einen wahren, realen Helden, der wirklich gelebt hat. Es geht um die Hoffnung und darum, dass auch einer alleine viel bewirken kann. Diese Authentizität bewahrt Spielberg, indem er den Film in schwarz- weiß produzierte. Weiterhin wurde vielfach nur eine Handkamera verwendet. Die Schauspieler waren nicht die üblichen US- Stars, sondern Polen, Engländer, Iren, Deutsche und Österreicher. Alle Szenen spielen an original Schauplätzen in Krakau. Der Film setzt sich wie üblicherweise nicht aus einer fließenden Erzählung zusammen, sondern spielt in verschiedenen Episoden. So stellt der Film nicht nur eine sehr unterhaltsame Abendgestaltung dar, sondern ist auch künsterlisch anspruchvoll und bemüht sich um historische Korrektheit. Allein in den USA spielte Schindlers Liste 90 Millionen Dollar ein. Mit dem Gewinn des Films Schindlers Liste gründetete Spielberg eine Stiftung mit dem Namen „Survivors of the Shoah Visual History Foundation“, die dafür sorgt, dass Zeugnisse von Überlebenden des Holocoust auf Video für die Nachwelt festgehalten werden.


Literatur:
Kubiak, Hans- Jürgen: Die Oscar- Filme, Die besten Filme der Jahre 1927 – 2004, S. 282 ff., Schüren, 2005.

Schnabel, Norbert: Wenn Gott ins Kino geht, 50 Filme, die man kennen muss, S. 165 ff., Wuppertal, 2004.

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