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Anfänge der Medizin bis ins Mittelalter

Die Anfänge der heutigen Medizin wurden im alten Griechenland und Rom begangen. Die Entwicklung der Medizin in der Antike kann man in verschiedene Phasen aufteilen. Die erste Phase beschreibt die theuregische Medizin des antiken Griechenland und umfasst den Zeitraum des 7. bis 5. Jahrhunderts vor Christi Geburt. Wesentlich für die theuregische Medizin war die Annahme, dass Krankheit und Gesundheit von Gott beeinflusst werden. Krankheiten wurden bei gläubigen Menschen daher von einem Priesterarzt behandelt. Diese Behandlungsmethode stellt nicht wirklich medizinisches Handeln und Ursachenbekämpfung dar, sondern beschränkt sich auf kultische Handlungen. In der zweiten Phase, die für den Zeitraum des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. typisch war, trat Hippokrates auf die Bühne und leitete die hippokratische Medizin ein. Heute überliefert ist der Eid des Hippokrates, welcher zu wichtigen medizinischen Texten aus der Antike gehört. Auch heute erlangt dieser Text in der Diskussion zwischen Ethik und sozialer Verantwortung der Medizin an Aktualität. Schwerpunkt der hippokratischen Ansätze war eine Schrift über die Epilepsie, die als heilige Krankheit bezeichnet wurde. Die damaligen Erklärungen über Entstehung und Ablauf der Krankheit war zwar fehlerhaft, aber die wissenschaftliche Arbeitsweise entsprach schon in etwa der heutigen. Ein Artikel des hippokratischen Eides lautet zum Beispiel „Nie werde ich irgend jemandem, auch nicht, wenn man mich darum bittet, ein tödliches Mittel verabreichen oder auch nur einen derartigen Rat erteilen[...].[1] Daran sieht man die hohen ethischen Werte von damals. Heute wird bereits über die Zulassung von Sterbehilfe oder Beihilfe zum Selbstmord diskutiert, um Menschen von ihrem Leiden zu erlösen. Die Hippokratische Medizin zeichnete sich aus durch die genaue Beobachtung des Krankheitsbildes unter Berücksichtigung des gesamten Menschen und Verwendung schriftlicher Aufzeichnungen. Die ganze Summer dieser Methoden ergibt die ärztliche Kunst. Auch entwickelte Hippokrates eine Diätetik, welche auf die ganzheitliche Lebensführung des Menschen und dem damit verbundenen gesundheitlichen Zustand bezog. Ein ausgeglichenes Maß in allen Bereichen, der Ernährung, des Arbeiten und Ausruhen, im Schlafen, im Liebesleben und des Gegenspielers der Enthaltsamkeit und anderen Dingen war die Lösung für ein gesundheitliches Gleichgewicht. Die goldene Mitte der Alltagsbefriedigungen sorgte also für eine körperliche und seelische Ausgewogenheit und diente der Erhaltung der Gesundheit. Die dritte Phase, die  zwischen 300 und 50 v. Chr. Gelegen ist, wird als hellenistische Phase benannt. Zu dieser Zeit war Alexandria das Zentrum der neuen Erkenntnisse in der Medizin. Die vierte und damit letzte Phase der antiken Medizin stellt die griechisch- römische Zeit dar, welche durch einen Mischcharakter bestimmt war. Interessant war, welche Arten von Ärzten es bereits in der Antike gab. In Griechenland fand man Wanderärzte, die von Stadt zu Stadt zogen und verschiedenste Mittel, auch Wundermittel, an die Leute verkauften. Zudem gab es Stadtärzte und Feld- und Flottenärzte. Es gab noch keine einheitliche Ausbildung und jeder benutzte andere Methoden. In Rom gab es eine Teilung in freie Ärzte und unfreie Ärzte, die als Sklaven behandelten. Es wurden viele ausländische Ärzte eingesetzt. Auch wurde bereits eine private Badekultur gepflegt, die der Hygiene diente. Darauf folgte die byzantinische Medizin. Sie nimmt die Lehren und Methoden der Antike auf und führen die Etablierung von Ärztlichen Ausbildungsstätten fort. Man trug die Schriften der antiken Autoren zusammen, ordnete deren Lehren und konnte so die medizinische Wissenschaft verbreiten. Auch wurden die Erkenntnisse und Errungenschaften in den arabisch- islamischen Raum getragen. Die Medizin im Mittelalter war geprägt durch verschiedene Strömungen. Im Westen beherbergten die Klöster medizinische Zentren und nahmen Kranke auf. Hier wurde die Krankheit wieder als Teil des göttlichen Plans gesehen. Beispielsweise wurde eine Krankheit als Strafe oder als Wegweiser verstanden. Die Forschungen erlitten hier einen kleinen Rückschritt, da man als Mensch nicht unbedingt in den göttlichen Plan eingreifen sollte. In südlichen Gefilden schritten die weltlichen Medizinschulen aber voran. Im 12. Jahrhundert war die Stadt Salerno das Zentrum der Medizin. Es wurden arabische Texte ins Latein übersetzt und so neue Erkenntnisse gewonnen. Auch entstanden vom 12. und 15. Jahrhundert die ersten Universitäten in Europa mit medizinischen Fakultäten. Die Vermittlungsmethode war die Scholastik und Medizin wurde von der Chirurgie getrennt. So wurde die Disziplin der Chirurgie nicht mit an Universitäten aufgenommen. Eine populäre und wichtige Krankheit des Mittelalters war die Pest. Sie trat in zwei großen Pestwellen auf und traf auf viele große Bevölkerungsgruppen. Sei führte zu verbesserten Hygienevorschriften, sowie die Einführung einer Stadthygiene und zu einem Vorgehen gegen die Ausweitung von Ratten.


1. Steinmann, Kurt: Hippokrates, Der Eid des Arztes, Frankfurt am Main, 1996, S. 15.

Literatur:
Eckart, Wolfgang U.: Geschichte der Medizin, Heidelberg, 2005


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