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Geschichte der deutschen Apotheken

Im Jahre 1241 erlässt Friedrich II eine Medizinalordnung, die erstmals eine Trennung der Berufe von Arzt und Apotheker zwingend vorschreibt. Die Verordnung, die zunächst nur für das Königreich Sizilien gedacht, dann aber zum Vorbild für ganz Europa wurde, besagt, dass es den Apothekern untersagt ist Medikamente zu verkaufen, Apotheken zu besitzen oder geschäftliche Verbindungen mit Apothekern zu unterhalten. Ziel der Verordnung war es, eine Konkurrenzsituation von Ärzten und Apothekern zu verhindern. Damit kann man die Trennung von Arzt und Apotheker als eine berufliche Spezialisierung in den Heilberufen sehen, die einem allgemeinen Trend zu Spezialisierungen in der Berufswelt folgt.
Nach dem Untergang des Römischen Reiches und dem beginnenden Übergang ins Mittelalter, waren es einzig die Klöster, die das Wissen und die Kenntnisse der großen Mediziner und Ärzte der Antike, wie etwa Hippokrates oder Galen, bewahrten.  Im 9. Jahrhundert gab es Klöster, in denen sich Mönche speziell der Aufzucht und Verarbeitung von Heilkräutern widmeten. Die Räume, in denen sie ihre Kräuter aufbewahrten, wurden als „apotheca“ bezeichnet. In etwa um die gleiche Zeit gab es in der arabischen Welt, etwa in Damaskus oder Bagdad, Gewürzhändler, die auch mit vielen Kräutern handelten. Gemeinsam gelten die heilkundigen Mönche und die arabischen Gewürzhändler als die Vorläufer der Apotheken.
Bis zur Medizinalordnung im 13. Jahrhundert waren es, neben den Ärzten selbst, häufig Händler, wie im arabischen Raum, die mit Arzneimitteln handelten. Aber eben auch mit Drogen, Gewürzen und anderen Waren. Als Folge der Medizinalordnung regelten viele deutsche Städte dann aber die Abgabe von Medikamenten in Form von städtischen Apothekenordnungen. Dennoch bleiben Apotheker bis nach den verheerenden Pestseuchen des 14. Jahrhundert fahrende Händler. Erst danach werden diese immer häufiger durch Verkaufsräume in festen Häusern abgelöst.
Ab diesem Zeitpunkt nimmt der Beruf des Apothekers auch immer mehr Züge der heutigen Tätigkeit an. Die Apotheke ist damit nicht länger alleine Verkaufsort für Drogen, Kräuter und Gewürze, sondern verfügt immer häufiger über eine Offizin, einen Raum, in dem Arzneien und Heilmittel zubereitet werden. Erst später wandelt sich die Offizin wiederum zum Verkaufsraum und die Herstellung von Medikamenten verlagert sich in das Laboratorium.
Damit war dann auch der endgültige Wandel des Beruf des Apothekers von einem reinen Händler zu einem medizinischen Handwerker vollzogen. Um das 16. Jahrhundert begannen die ersten Apotheker medizinische Vorlesungen an Universitäten zu besuchen, um ihr Wissen um medizinische Grundstoffe und Wirkungen verschiedener Kräuter und Gemische zu erweitern. Im 18.Jahrhundert gründen sich pharmazeutische Fachzeitschriften. Eine eigene universitäre Ausbildung für Apotheker gibt es in Deutschland dagegen erst im 19. Jahrhundert, die dann aber auch für die Ausübung des Berufs des Apothekers verpflichtend wird.
Im 17. und 18. Jahrhundert führen weitere Entwicklungen zu einer Veränderung der medizinischen Situation in Europa. Zunächst einmal ermöglicht es der Buchdruck das Wissen um Kräuter und ihre Wirkungen größeren Massen zugänglich zu machen. Zudem werden aus allen Teilen der Welt immer mehr Kräuter nach Europa eingeführt, die nach ihrem Nutzen für die Medizin hin untersucht werden konnten. Der Arzt und Therapeut Theophrastus Bombastus von Hohenheim forderte dann schließlich auch gezielt nach neuen Arzneimitteln zu forschen. Ihn kann man damit als den Begründer der medizinischen Forschung betrachten. Um diese Zeit beginnen die Apotheker auch vermehrt nach wissenschaftlich exakten Methoden,  bis dahin bediente man sich nur der Methode von Versuch und Irrtum, die Wirkungen von Heilkräutern zu erforschen.
Im 19. Jahrhundert schließlich betritt dann die Pharmaindustrie die Bühne der Medikamentenherstellung. Ausgelöst durch die Möglichkeit Medikamente synthetisch herzustellen, wandelten sich einige Laboratorien zu industriellen Großbetrieben, die eine Vielzahl von Apotheken mit ihren Medikamenten belieferten. Dies wiederum zog eine weitere drastische Veränderung des Apothekerberufs nach sich. Die Herstellung von Medikamenten trat in den Hintergrund, wohingegen die Prüfung und Kontrolle von Medikamenten immer mehr Raum einnahm.


Literatur: Bedürftig, Friedemann: Geschichte der Apotheke. Köln, ohne Jahresangabe.

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