pharmacy.eu - Apotheke - Geschichte d. Apotheken - Herstellung - Qualitätssicherung - Versandapotheke - Pflanzenheilkunde - Kontakt


Pflanzenheilkunde

Die chemische Gewinnung von medizinischen Wirkstoffen ist gerade mal um die 200 Jahre alt. In der gesamten übrigen menschlichen Geschichte, mussten die Menschen auf die Heilkräfte der Pflanzen vertrauen. Medizinische Traditionen in der Pflanzenheilkunde gibt es daher in allen großen Kulturen der Vergangenheit und Gegenwart. Dabei ist die Medizin meist in das gesellschaftliche und vor allem religiöse Weltbild integriert und spiegelt damit die spirituellen und philosophischen Anschauungen der Kultur wider.
Die ersten medizinischen Anwendungen von Pflanzen waren wahrscheinlich das Auflegen von verschiedenen Kräutern und Blättern und das Kauen verschiedener Wurzeln. Bei der Auswahl der Heilpflanzen haben sie dabei wohl ausnahmslos auf ihre Instinkte vertraut. Ein Vorgang, den man auch bei Tieren beobachten kann, sie meiden instinktiv Pflanzen, die ihnen schaden und bevorzugen Pflanzen, die einen positiven Effekt haben. Dabei spielt auch ein kultureller Lernprozess eine Rolle. Also die Weitergabe von Wissen über Pflanzen und ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus von Generation zu Generation.
So bildeten sich in den frühen Kulturen und Gesellschaften auf der Erde spezialisierte Rollen heraus, die für die Zubereitung von Heilsubstanzen und den Erhalt  und die Weitergabe des Wissens über die Wirkung der Pflanzen verantwortlich waren. Vielfach werden sie in unserer Sprache daher auch als Medizinmänner bezeichnet. Dabei haben sie nicht, wie in unserem heutigen Verständnis, gegen von Viren und Bakterien ausgelöste Krankheiten gekämpft, sondern gegen die bösen Kräfte der Dämonen und Geister.
Die wichtigste Form der Pflanzenheilkunde in unserer modernen Medizin ist die Phytotherapie. Sie beruht als einzige Form auf den Erklärungsmustern der so genannten Schulmedizin. Einzelne in Pflanzen enthaltene Wirkstoffe, wirken direkt bei bestimmten Symptomen auf den Organismus ein und helfen diese zu beseitigen. Wichtige Prinzipien für die Phytotherapie sind daher die allgemeine Reproduzierbarkeit und Übertragbarkeit der Ergebnisse phytotherapeutischer Maßnahmen, sowie eine direkte Beziehung zwischen verabreichter Dosis und erzielter Wirkung. Daher werden phytotherapeutische Arzneimittel auch  nach den gleichen Prinzipien zugelassen und behandelt, wie chemische Arzneimittel. Sie müssen also ihre pharmakologische und klinische Wirksamkeit mittels Tests nachweisen. Ausgenommen von der Pflicht des Nachweises der Wirksamkeit sind lediglich die traditionellen phytotherapeutischen Arzneimittel, bei denen es keinen wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit gibt und die deswegen auch nicht für schwere Erkrankungen zugelassen sind.
Die wohl bekannteste Form der Pflanzenheilkunde ist die Homöopathie. Diese Form der alternativen Medizin geht auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann zurück. Der Grundsatz der Homöopathie ist: „Similia similibus curentur“. Das bedeutet, dass man Ähnliches mit Ähnlichem heilen kann. In der homöopathischen Vorstellung erzeugt also jedes Medikament, das in geringer Dosierung bestimmte Symptome bekämpft, in höherer Dosierung genau diese Symptome. Der Stoff soll also in geringer Dosierung eine Antireaktion auslösen, die dem Prinzip des Impfens entspricht. Nach rein wissenschaftlichen Methoden ist ein Nachweis der Wirksamkeit von homöopathischen Heilmethoden sehr schwierig, weshalb Homöopathie auch schon oft als eine „unspezifische Reiztherapie unter Ausnutzung der natürlichen Heilungsprozesse“ ( Grünwald/ Jänicke 2004: 25) charakterisiert wurde.
Die Bachblütentherapie wurde vom englischen Arzt Dr. Edward Bach entwickelt. Ausgangspunkt der Überlegungen ist, dass die Ursachen für Erkrankungen nicht in den jeweiligen Teilen des Körpers zu suchen sind, sondern ihren Ursprung in der Gemütsverfassung und dem seelischen Gleichgewicht des Menschen haben. Deswegen muss eine Therapie auch genau an diesem Punkt ansetzen. Bach fand 37 Blütenpflanzen und Bäume, die alle einen positiven Einfluss auf die Psyche haben sollen, wobei jede Blüte einen eigenen Effekt hat, die Blüten aber auch kombiniert werden können.
Neben diesen in Europa recht weit verbreiteten Formen der Pflanzenheilkunde, gibt es aber in der ganzen Welt verschiedene Ansätze alternativer Medizin. Mit dem indischen Ayurveda, der traditionellen chinesischen Medizin und der japanischen Kampo-Medizin sollen hier nur drei Beispiele genannt werden, die auch in der westlichen Welt zunehmend mehr Aufmerksamkeit erfahren.


Literatur:         - Grünwald, Dr. Jörg/ Jänicke, Christof: Grüne Apotheke. München, 2004.

                        - Blome, Dr.med. Götz: Das praktische Handbuch zur Bach-Blüten-Therapie.                                    Freiburg, 1998.                        

Copyright (C) 2007 I.P.C. All rights reserved.