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Versandapotheke

Unter einer Versandapotheke versteht man die Möglichkeit seine Medikamente über das Internet oder telefonisch zu bestellen. Allerdings muss man längere Wartezeiten in Kauf nehmen, als bei der Apotheke um die Ecke. Die Lieferzeiten betragen nämlich in der Regel zwei bis drei Werktage, weshalb diese Methode der Arzneimittelbeschaffung für Akuterkrankungen oder im Notfall ausdrücklich nicht geeignet ist. Die Lieferzeiten variieren aber von Anbieter zu Anbieter und von Produkt zu Produkt. Rezeptpflichtige Medikamente haben generell eine längere Lieferzeit, weil der Versandapotheke erst das Rezept vorliegen muss, bis sie das Medikament verschicken darf. Für Antibiotika, Cholesterin- und Blutdrucksenker muss sogar das Originalrezept per Post geschickt werden. Bei anderen Präparaten kann ein Fax oder ein Rezept per e-Mail genügen.
Rezeptfreie Medikamente können dagegen ohne jegliche Beschränkungen einfach bestellt werden. Bezahlt wird per Kreditkarte, Vorkasse, Einzugsermächtigung oder Nachname. Dennoch raten Ärzte vom Medikamentenkauf ohne vorheriges Beratungsgespräch mit einem Arzt ab.
Der große Vorteil dieser Methode besteht darin, dass Kosten eingespart werden können. Deswegen hat diese Methode auch einen besonders großen Anreiz für chronisch Kranke, die kontinuierlich Medikamente einnehmen müssen. Auf diesem Wege können sie bis zu 40% einsparen. Eine Versandapotheke hat nicht den gleichen Bedarf an Raum, den eine herkömmliche Apotheke hat. Außerdem können diese Räumlichkeiten auch stadtfern liegen und haben damit einen niedrigeren Mietpreis, als eine klassische Apotheke, die ja möglichst zentral liegen sollte, damit sie  für möglichst viele Menschen erreichbar ist.  Und der Versandhandel ist auch bei Weitem nicht so personalintensiv. Denn die klassische Apotheke ist nicht nur eine Örtlichkeit zur Abgabe von Medikamenten, sondern der Apotheker versteht sich ausdrücklich als Berater. Eine Beratung die viel Zeit in Anspruch nimmt und damit eben auch Personalkosten nach sich zieht.
Womit wir dann aber eben auch bei dem großen Nachteil von Versandapotheken im Internet wären: Die Beratung. Beim Versandhandel kann man nichts weiter als ein Medikament bestellen. Ein ausführlicheres Gespräch mit dem Apotheker über mögliche Risiken, Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen kann nicht geführt werden. Besonders bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten, wenn kein Vorgespräch mit dem behandelnden Arzt stattgefundenen hat, kann das zum Problem werden.
Bis zum Jahr 2003 war der Versandhandel mit Medikamenten in Deutschland grundsätzlich untersagt. Eine bevorstehende Klage von ausländischen Apotheken aus dem EU-Raum vor dem Europäischen Gerichtshof wurde vom deutschen Gesetzgeber zum Anlass genommen den Versandhandel mit Medikamenten ab dem 01. Januar 2004 freizugeben. Auch wenn der Europäische Gerichtshof in seiner anschließenden Entscheidung prinzipiell eine Einschränkung des Versandhandels mit (insbesondere verschreibungspflichtigen) Medikamenten billigte, änderte dies prinzipiell nichts mehr an der Freigabe.
Dennoch wird der Versandhandel mit Medikamenten, speziell der aus dem Ausland, vermehrt hinterfragt. Anstoß zu dieser Diskussion gaben vermehrte Berichte über Medikamentenfälschungen, die über das Internet vertrieben wurden. Vom Bundeskriminalamt wurden sowohl Placebos (Fälschungen ohne Wirkstoff), Fälschungen mit zu viel oder zu wenig Wirkstoff, aber auch mit giftigen und gesundheitsschädlichen Zusatzstoffen sicher gestellt.


Literatur:         http://made.de/2006_03/Versandapotheke1.htm

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