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Immobilienmarkt in den USA

Man liest gerade in den Zeitungen und Magazinen von einem Dollarsturz in den USA. Ein Absturz des Dollars bedeutet gleichzeitig ein Einbrechen der Weltwirtschaftsmacht USA. Der Dollar war seit dem zweiten Weltkrieg die dominierende Währung in der Welt. Andere Währungen wurden am Dollar gemessen. Für die USA war der Dollar als Maßeinheit für den Geldwert sehr lukrativ. Sie waren in der Lage Dollarscheine zu drucken und in anderen Ländern zu verkaufen, ohne damit eine Inflation in Gang zu bringen. Allerdings hat die USA auch jede Menge Schulden angehäuft, nicht zuletzt durch den umstrittenen Irak- Krieg. Die US-Staatsverschuldung hat einen Rekordwert von 5000 Milliarden Dollar erreicht.[1] Dieses Bilanzdefizit wächst weiter. Auch der amerikanische Immobilienmarkt steckt in einer Krise. Eine Reportage im Spiegel berichtet von einem Paar, die ihren Traum auf ein Eigenheim in der Stadt Slavic Village, welche östlich bei Cleveland gelegen ist, verwirklichten und sich ein Holzhaus kauften. Die Stadt war vom Mittelstand geprägt. Heute ist die Stadt sehr verlassen und verkommen. Viele Häuser stehen leer, weil Einwohner der Stadt auf der Suche nach neuer Arbeit abgewandert sind und ihre Häuser aufgrund fehlender Käufer einfach zurückgelassen haben. Der Markt fehlt, es gibt keine Nachfrage, weil die Infrastruktur rund um Slavic Village weggebrochen ist. Es gab 84 000 Wohnhäuser, von denen 10 000 leer stehen.[2] Die Situation sieht nicht nur in dieser Stadt so aus, sondern hat viele amerikanische Städte erreicht. Sogar in New York kann man Auswirkungen der Immobilienkrise leicht spüren. Die Immobilienkrise geht auch zurück auf die Kreditvergabe an Kreditnehmer, die keine Sicherheiten oder Bonitäten nachweisen konnten. Die Immobilien waren sehr teuer, die Preise überbewertet, so hat man durch die Kreditvergabe auch an sonst ausgeschlossene Kunden erweitert und den sog. Subprime- Kredit ins Leben gerufen. Viele Subprime- Kredite wurden zwar von Ratingagenturen gut bewertet, erwiesen sich aber hinterher als minderwertig. Sie hatten Zahlungsausfälle bei Bauherren zur Folge, die seit 2007 begonnen haben. Die Zinsen sind recht hoch angesetzt, während zu erwarten war, dass das erworbene Objekt später nie mehr zu einem hohen Preis verkauft werden könnte. Die arme Kundschaft freute sich auf ihre Chance eigene vier Wände zu besitzen und bleiben nun auf den Knebelkrediten sitzen, weil der Job weg ist, die Energiekosten gestiegen sind und sich kein Käufer für das Objekt mehr findet. So kann man also als Ursache der US- Immobilienkrise die Kredit- bzw. Hypothekenkrise nennen. Auch deutsche Banken, die sich im Rahmen von Hypotheken in den USA engagiert haben sind betroffen und schreiben Verluste. Daraus folgt, dass auch hier in Deutschland Kredite teurer werden, damit die Banken ihre Verluste wieder ausgleichen können. Alles ist miteinander eng verzahnt und wirkt sich auf andere Bereiche aus. Eine junge Nachricht ist, dass der US – Kongress einen Rettungsplan für den Immobilienmarkt erarbeitet hat.  Zum einen sollen hoch verschuldete Hausbesitzer günstigere, staatliche Umverschuldungskredite erhalten. Auch die kurz vorm Zusammenbruch stehenden Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sollen vor einem Totalaus bewahrt werden. Es gibt aber kritische Stimmen, die darauf hinweisen, dass mit dieser Aktion unseriöse Kreditgeber freigekauft werden. Weiterhin wollte Bush zunächst sein Veto gegen den Rettungsplan einlegen, da die Rettungsmaßnahmen dem Staat viel Geld kosten. Die Preise für Häuser in den USA sanken im Mai 2008 um 15,8 Prozent nach unten.[3] Die Kreditkrise hat auch zur Schließung einer sehr großen amerikanischen Bank geführt, des Hauses Indy Mac, was einen großen Banken- Crash in der amerikanischen Geschichte bedeutet.[4] Die Lage des amerikanischen Immobilienmarktes ist also recht schlecht, wozu die verschlechterte wirtschaftliche Konjunktur der USA beiträgt. So wird der US- Präsident ein Haushalts- Defizit von  enormer Höhe hinterlassen. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum der USA in diesem Jahr liegt bei nur 1,6 Prozent.[5]


Textbeleg:
1.Hawranek, Dietmar u.a.: Ende eines Zeitalters, in „Der Spiegel“, Ausgabe Nr. 48 vom 26.11.07, S.76.
2.Hawranek, Dietmar u.a.: s.o., S.80.
3.AP: Preise für Wohnimmobilien im freien Fall, in „Die Welt“ vom 30. Juli 2008, S.9.
4.AP: Preise für Wohnimmobilien im freien Fall, s.o.
5.rtr: Neuer US Präsident erbt Milliardendefizit, in „Die Welt“ vom 30. Juli 2008, S. 9.

Literatur.

  1. Hawranek, Dietmar u.a.: Ende eines Zeitalters, in „Der Spiegel“, Ausgabe Nr. 48 vom 26.11.07, S. 72 – 87.
  2. Balzli, Beat/ Tietz, Janko: Banken auf der Bremse, in „Der Spiegel“, Ausgabe Nr. 49 vom 3. 12. 07, S. 66 – 69.
Hw / Dr: Milliarden Rettungspaket, im „Trierischen Volksfreund“ Nr. 174 vom 28. Juli 2008, S. 5.

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